ERGOKOMFORT® - Wellness für Beine und Rücken

Der Arbeitsplatz

Im Durchschnitt muss jeder zweite Beschäftigte von den ca. 40 Millionen Beschäftigten in Deutschland oft oder immer stehend seine Arbeit verrichten. In vielen Berufsgruppen muss andauernde Steharbeit geleistet werden: dies hat irreversible Gesundheitsschäden zur Folge.

Die daraus folgenden Gesundheitsgefährdungen liegen vor allem im Muskel- und Skelettsystem des Rumpfes sowie der Beine. Zusätzlich kann das Kreislaufsystem und insbesondere das Venensystem der Beine stärker beansprucht werden. Dies kann zu Rückenschmerzen, Kreislauferkrankungen und Krampfadern führen.

Die gesundheitlichen Risiken, die bei andauernder Arbeit im Stehen zu Belastungen und Beanspruchung führen, zwingen uns zu Maßnahmen der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Der Gesundheitsschutz, Sicherheit und auch die betriebliche Gesundheitsförderung dienen der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und haben ein positives Betriebsergebnis zur Folge.

Arbeit im Stehen  Männer  Frauen  < 45 Jahre  > 45 Jahre
 % betroffen  57.5  55.1  57.9  54.2
 davon % belastet  23.7  28.4  24.3  28.1

Tab. 1 Stehend arbeitende Beschäftigte in Deutschland – etwa ein Viertel davon fühlt sich belastet²,³

Muskel-Skelett-System

Das Muskel-Skelett-System wird besonders durch Haltearbeit beansprucht. Da keine dynamische Bewegungsabwechslung erfolgt, sind die Muskelgruppen beim Stehen andauernd angespannt, um Balance zu gewährleisten. Dabei werden Gelenke, Bänder und Sehnen ständig einseitig belastet. Durch die Daueranspannung der Muskulatur wird die Durchblutung vermindert sowie die Versorgung mit Sauerstoff und der Abtransport der Stoffwechselschlacken beeinträchtigt. Daraus ergeben sich im Regelfall Verkrampfungen, schmerzhafte Muskelverhärtungen und vorzeitige Ermüdung.

Die dadurch resultierenden Haltefunktionen lassen bei ermüdeten Muskeln deutlich nach und es entsteht eine Haltungsschwäche. Die Haltungsschwäche belastet Gelenke, Sehnen und Bänder zusätzlich, dadurch können schmerzhafte Fehlhaltungen entstehen 4. Die Lendenwirbelsäule unterliegt beim Stehen einem verstärkten mechanischen Druck. Dies beeinträchtigt die Versorgung der Bandscheibe, der Stoffaustausch ist gestört und dies führt zu einer Überforderung der Bandscheibe. Die Folge der Degeneration ist im ungünstigsten Fall ein Bandscheibenvorfall.

Bei ständiger Stehbelastung kommt es automatisch zu Veränderungen der Bänder und Gelenke, insbesondere im Bereich von Hüft-, Knie- und Fußgelenken. Durch eine andauernde Stehbelastung ist das Fußgewölbe ständig belastet.

Infolge der statischen Überlastung der Fußmuskulatur werden die Bänder der Fußgelenke überbeansprucht und mit der Zeit überdehnt.

Belastung des Herz-Kreislauf-Systems

Belastung Herz-Kreislauf-System

Der Kreislauf wird im Stehen höher beansprucht, da es zu einer Verschiebung von Blut und Gewebeflüssigkeit in den Gefäßen und im Gewebe der unteren Extremitäten kommen kann 5,6. Die Regulationsprozesse laufen im Normalfall unbemerkt ab; so kann es zu Beschwerden, wie starkem Herzklopfen kommen. Dies kann zu Blutdruckschwankungen und Schwindelgefühl bis hin zur Ohnmacht führen.

Bei längerem Stehen leidet in erster Linie die Blutzirkulation in den Beinen. Der Blutstrom in den Beinvenen wird normalerweise durch wechselnde Betätigung der Beinmuskeln beim Gehen, Laufen und Bewegen unterstützt, die sogenannte Muskelpumpe 7. Bei längerem Stehen wird diese Muskelpumpfunktion erheblich beeinträchtigt und der venöse Rückfluss aus den Beinen reduziert.

Die Ansammlung des vermehrten Blutvolumens führt zur Einlagerung von Gewebsflüssigkeit und Ödembildung8. Dies führt zu den typischen Begleiterscheinungen, wie schweren Beinen, Kribbeln, Unruhegefühl und nächtlichen Krämpfen. Die Überdehnung der Venenwände ist Folge der Stehhaltung und des daraus resultierenden hydrostatischen Druckes in den Beinvenen. Dies hat zur Folge, dass der Venenquerschnitt sich vergrößert und es zu einer Insuffizienz der Venenklappen kommt. Die Gefäßwände werden in ihrer Funktion beeinträchtigt und es können sich Krampfadern bilden. Es kann zu Komplikationen, wie Thrombosen, Venenentzündungen und offenen Beinen führen 9,10.

Rechtliche Grundlagen

Arbeitsstätten sind so zu dimensionieren, dass von ihnen keine Gefährdung für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten ausgeht. Arbeitsräume müssen, um darin ohne Beeinträchtigung von Sicherheit, Gesundheit oder Wohlbefinden der Beschäftigten arbeiten zu können, ausreichend groß sein. An jedem Arbeitsplatz sind unverstellte Bewegungsfreiräume bzw. Bewegungsflächen erforderlich, die wechselnde Arbeitshaltung und Ausgleichsbewegung ermöglichen 11.

Beurteilung der Arbeitsbedingungen – Minimierung von Gefährdungen

( §§ 3, 4 und 5 Arbeitsschutzgesetz)

Andauernde Steharbeit kann die Gesundheit beeinträchtigen. Der Arbeitgeber trägt eine umfassende Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit seiner Beschäftigten. Er muss die Arbeitsbedingungen hinsichtlich potentieller Gefährdungen beurteilen und hat, soweit erforderlich, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Gefährdungen möglichst zu vermeiden oder die verbleibenden Gefährdungen weitestgehend zu minimieren.

Auswahl und Bereitstellung von Arbeitsmitteln nach ergonomischen Zusammenhängen

(§ 4 Abs. 4 Betriebssicherheitsverordnung)

Mit arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen in:
DIN EN 614-1 Sicherheit von Menschen. – Ergonomische Gestaltungsgrundsätze. – Begriffe und allgemeine Leitsätze; April 1995. – Punkt 4.1.2

DIN ISO 14738 Sicherheit von Maschinen – Anthropometrische Anforderungen an die Gestaltung von Maschinenarbeitsplätzen: März 2005

Vom Arbeitgeber sind Arbeitsmittel bereitzustellen, die nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgewählt sind und in geeigneter Arbeitshaltung benutzt werden können 12.

Anhang

(1) Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5/1,2 aus Feb. 2013, Fußböden (12)
(2) Bundesministerium für Arbeit (BMA): Bericht der Bundesregierung über den Stand von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und über das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen (SUGA) in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2006
(3) Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik: Bewegungsergonomische Gestaltung von andauernder Steharbeit, 2009
(4) Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik: Bewegungsergonom. Gestaltung von andauernder Steharbeit, 2009
(5) von Rieck, A.: Tagesrhythmische Veränderungen des Beinvolumens bei orthostatischer Belastung unter Berücksichtigung von Blutdruck und Pulsfrequenzverhalten. Med. Diss., Univ. Marburg 1973
(6) Rieckert, H.: Orthostasesyndrom, Kurzmonographie, Sandoz 6. Nürnberg: Sandoz AG,1972
(7) Witzleb, W.: moderne Physiologie und Pathophysiologie des venösen Systems. Österr.-deutsch.-schweiz. Kongr. F.Balneol., Med. Klimatol. U. Physikal. Med., Salzburg, 13.– 16.10.1974
(8) Dupuis, H.: Rieck, A.: Orthopädische Beanspruchung bei Arbeit im Stehen. Sozial- u. Präventivmed. 06-1980, S. 375-380
(9) Haid-Fischer,F,: Haid, H., Venenerkrankungen, Stuttgart: Thieme, 1973
(10) Klüken, N.: Klink der Venenkrankheiten der unteren Extremität, Folia Angiologica Suppl. IV, „Praktische Phlebologie“. Berlin: Haupt und Koska, 1974, S. 31-56
(11) Arbeitsstättenverordnung (v.12.8.2004) § 3 Abs. 1 i. V. m den Ziffern 1.2, 3.1 und 1.5 des Anhangs
(12) Betriebssicherheitsverordnung (v. 27.9.2002) § 4 Abs. 4

Kontaktieren Sie uns!

Sie haben Fragen?
Wir beraten Sie gerne.

Rufen Sie uns an oder
senden Sie uns eine E-Mail!

Tel. +41 71 844 12 12

Permapack AG
Reitbahnstrasse 51
CH-9401 Rorschach