Fragen und Antworten zu Silikon-Dichtstoffen

Sie fragen, unsere Experten geben Antwort.

Anwendungstemperatur

In welchem Temperaturbereich kann Silikon verarbeitet werden?

Anwendungstemperatur zwischen +5°C und +30°C. Bei zu tiefen Temperaturen kann sich eine feine Eisschicht auf dem Untergrund bilden und die Haftung verunmöglichen.

Achtung: Die Untergrundtemperatur darf +5°C auch nicht unterschreiten. Bei zu hoher Temperatur ist die Hautbildungszeit sehr rasch.

Aushärtung

Wie lange dauert es, bis der Silikon ausgehärtet ist?

Massgebend sind die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur. Je höher, desto schneller. Dazu kommen die Fugendimension und der angrenzende Baustoff. Der Silikon härtet mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 mm/24h von aussen nach innen aus. Also bei 10 mm Dicke sind das ca. 5–6 Tage. Poröse Untergründe können durch Eigenfeuchte die Aushärtung beschleunigen. Während der Aushärtung und auch noch kurze Zeit danach entweicht dem Silikon ein Geruch. Dieser ist je nach Vernetzer verschieden. In dieser Zeit die Räume gut lüften.

Haltbarkeit

Wie lange ist Silikon haltbar? Kann das geöffnete Gebinde weiter verwendet werden?

Ein Silikon-Dichtstoff verfällt nicht. Es können im schlimmsten Fall Erhärtungen am Kolbenboden entstehen, der pastöse Silikon ist jedoch immer noch zu verarbeiten und härtet auch aus. Auf eine richtige Lagerung ist zu achten! Ist der Silikon in der Düse ausgehärtet, diese zurückschneiden oder die Düse auswechseln.

Lagerung

Wie soll der Silikon-Dichtstoff gelagert werden?

Möglichst kühl (+10°C bis +20°C) und trocken. Grosse Temperaturwechsel vermeiden. Hohe Temperaturen und Frost sind aber soweit kein Problem für den Silikon.

Primer / Untergründe

Welcher Silikon kann auf welchem Untergrund verwendet werden und braucht es einen Primer dazu?

In der Primer-Tabelle ist ersichtlich, welcher Vernetzertyp bei welchen Untergründen tauglich ist. Auch der Einsatz des Primers wird angegeben. Generell: Auf saugenden und porösen Untergründen ist ein Primer notwendig. Bei glatten Oberflächen kann ein Primer die Haftung verbessern. Glasierte Oberflächen (z.B. Glas) nicht primern, nur reinigen. Der Untergrund muss absolut trocken, sauber, fett- und staubfrei sein.

Reinigung

Wie kann eine verschmutzte Fuge gereinigt werden?

Mit viel Wasser und Reinigungsmittel (Seife). Aber Achtung: Die Silikonfuge nicht mit starker Reibung aufscheuern. Die Oberfläche wird so aufgerubbelt und sieht unschön aus. Zudem wird der Silikon auf dem Glas verrieben, was eine Schlierenbildung ergibt. Diese ist nur noch sehr mühsam mit Lösemittelreiniger zu reinigen.

Risse / Ablösungen

Was sind die Ursachen für Risse und Ablösungen im Fugendichtstoff?

Generell ist eine Überbelastung die Ursache. Meistens im Zusammenhang mit einer zu klein dimensionierten Fuge. Gibt es Ablösungen an der Fugenflanke, kann zusätzlich eine schlechte oder keine Vorbehandlung (z.B. kein Primer) einen Einfluss haben. Zu beachten ist, dass der Untergrund selber eine genügende Eigenfestigkeit haben muss (z.B. Farbe oder Putze).

Schimmelpilz

Wie kann Schimmelpilz in der Fuge verhindert werden?

Schimmelpilze entstehen bei einer Luftfeuchtigkeit von >80% und wenn ein geeigneter Nährboden (z.B. Schmutz) vorhanden ist. Diese beiden Punkte sind zu vermieden. Zusätzlich kann in den Fugen ein Silikon eingesetzt werden, welcher fungizid ausgerüstet ist. Ist der Schimmel einmal im Silikon drin, kann er auch durch Reinigung nicht mehr entfernt werden – es muss neu verfugt werden.

Verbrauch

Wie viel Silikon wird für die Fuge benötigt?

Die Menge ist vom Fugenquerschnitt abhängig.

Als Faustformel gilt:
Breite × Tiefe in mm gleich Menge pro Meter in ml.

Beispiel:
20 mm × 10 mm = 200 ml/m.
Als Verlust wird noch ca. 20% dazu gerechnet.
Für eine 310 ml Kartusche heisst das: 310 ml : 240 ml/m = 1.29 m pro Kartusche.

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